Wer im Bereich HR für Weiterbildungen zuständig ist oder ein Team zu führen hat, kennt das: Trainer, Thema und Location sind gefunden, die Anmeldungen verschickt.
Und dann folgt schnell die Ernüchterung: Nur wenige Mitarbeiter sind motiviert, die erhofften Teilnehmerzahlen bleiben aus, das Seminar wird verlegt, storniert oder findet im kleinen Rahmen statt.

Mit einer langfristigen Strategie lässt sich das ändern!

EINS — Keine Kompromisse bei der Location & Verpflegung

Wenn Mitarbeiter motiviert sein sollen an Weiterbildungen teilzunehmen, müssen sie auch das Gefühl haben, dem Chef ist das etwas wert.

Konferenzhotels mit kleinen, nüchternen und austauschbaren Räumen machen keine Lust überhaupt in die Fortbildung zu starten.

Besser: Besondere Location suchen, den Raum etwas größer wählen und bei der Verpflegung ein paar Euronen drauf legen und für ein breites Sortiment an Getränken, Snacks und leckeres Mittagessen sorgen.
Hier gibt es natürlich eine breite Palette an Möglichkeiten. Manchmal sind die Initiatoren von Eventlocations völlig unerfahren was Weiterbildungen angeht. Besser ist, wenn die Mitarbeiter einer Location Erfahrungen als Referenten haben oder die Location sogar eigene Kurse und Seminare anbietet.
Einfacher Test: Anrufen, erzählen was Du vorhast und abwarten ob der Mitarbeiter an der Leitung ein sinnvolles Setup aus Raum & Verpflegung empfehlen kann. Falls ja, spricht das oft schon für kompetente Teams vor Ort.

Ähnliches gilt für die Übernachtung. Lieber einen Stern mehr buchen, dafür frisches Frühstück und gute Betten für erholsame Ruhephasen. Oft sind übrigens kleine, persönliche Hotels beliebter bei Mitarbeitern als anonyme Ketten, das kommt aber auf den Standort an. Einfach etwas mehr Zeit für die Suche aufwenden!

ZWEI — Immer mit positivem Beispiel voran

Nichts ist so entmutigend wie der Vorgesetzte, der selber nur zeitweise am Training teilnimmt weil er zwischendurch noch „wichtigere Dinge“ zu erledigen hat.
Auch wenn das Thema bereits bekannt oder der Schreibtisch voll ist: Teilnehmen, sich einbringen und vorleben, dass Weiterbildung enorm wichtig ist. Als Teamleiter immer auch auf Augenhöhe mit den eigenen Mitarbeitern bleiben, dem Referenten aufmerksam folgen und auf jeden Fall vermeiden als „zweiter Referent“ aufzutreten.

Übrigens sind Weiterbildungen in lockerer und motivierter Atmosphäre gleichzeitig hervorragende Teambuildings. Kollegen werden zusammen geschweißt, lernen sich besser kennen und fassen Vertrauen in den Vorgesetzten und das Unternehmen.

guter workshopraum, hell und freundlich

Seminarräume müssen nicht langweilig sein. 
Kräftige Farben, besonderes Equipment, flexible 

DREI — Auf interaktive und kommunikative Vermittlung der Inhalte achten

Leider ist das selbst bei vielen Referenten noch nicht angekommen. Wir lernen um ein Vielfaches schneller, wenn wir Mitmachen, Mitreden, Mitdenken dürfen!
Lange Monologe von vorne mit einer umfangreichen Präsentation sind das Todesurteil für die Motivation der Teilnehmer.

Natürlich sind Vorträge nicht bei jedem Thema zu umgehen. Dann ist der Referent gefordert, die Teilnehmer einzubinden, z. B. durch Gruppendiskussionen, Rechercheaufgaben und Praxisbeispiele.

Auch das HR Team kann hier in der Vorbereitung viel positiv beeinflussen: Nur weil Agentur XY seit Jahren Projektmanagement unterrichtet, muss das nicht so bleiben.
Dazu ist im Vorfeld eine kurze inhaltliche Recherche sinnvoll: Was sind die neuesten Trends im jeweiligen Fachbereich? Tauchen aktuelle Buzzwords im Auftritt der Agentur auch auf oder ist das Skript dasselbe wie letztes Jahr?

VIER — Kritische Themen zulassen

Selbstverständlich mag es kein Chef, wenn beim Thema Prozesse plötzlich Kritik an den internen Abläufen aufkommt.
Statt diese zu unterbinden ist es allerdings sinnvoll, das Gespräch auf positive Lösungsansätze zu führen. Warum beschäftigt Dich das? Was kannst Du selber anders machen? Wie kannst Du Dein Team unterstüzten?

Die lockere Atmosphäre außerhalb des eigenen Offices sowie die Möglichkeit kritische Äußerungen abends beim Bier nochmals Revue passieren zu lassen, bieten ein enormes Veränderungspotential.

Und wenn der Trainer erfahren ist, besteht vielleicht sogar die Möglichkeit die Themen direkt einzubinden und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

FÜNF — Spaß haben

Die Teilnehmer sollen Spaß haben. Zwei Wochen nach dem Workshop erinnert sich kaum einer konkret an Inhalte. Dafür aber an den angetüddelten, witzigen Chef beim Abendessen. Die Bootstour über den Rhein oder den spanischen Abend in der Tapas Bar. Da das so ist, kann man es auch gleich nutzen und etwas Teambuilding einbauen.

Das muss man nicht immer aufwändig planen, oft sind die spontanten Unternehmungen sogar witziger weil ungezwungen. Es muss nur jemand in die Hand nehmen. Am besten den extrovertiertesten Teilnehmer des Workshops dazu verdonnern, sich für den Abend ein paar Ideen einfallen zu lassen.

Selbstverständlich lässt sich die intrinsische Motivation nur schwer erhöhen, die extrinsische Motivation ist aber oft der beste Anschub dafür!

_________

originally published @ www.allynet.de/inspiration

Bild: alle Rechte liegen bei der allynet GmbH, www.allynet.de

blank